Die Ergotherapie geht davon aus, dass der Mensch sich betätigen muss und will, um gesund zu sein. Deshalb steht in der Ergotherapie das Tätigsein im Alltag im Vordergrund.  Manchmal ist dieses durch körperliche, psychische, kognitive oder emotionale Ursachen eingeschränkt. Gemeinsam mit der Klientin / dem Klienten wird versucht, wieder eine bestmögliche Handlungsfähigkeit in ihrem / seinem persönlichen Alltag zu erreichen. Um die jeweils individuelle Zielsetzung zu erreichen, werden je nach Alter der KlientInnen unterschiedliche Therapiemethoden angewendet, wobei die Betätigung selbst immer auch therapeutisch genutzt wird. 

Beispiel 1: Frau Meier wohnt nach dem Reha-Aufenthalt nach einem Schlaganfall wieder zu Hause und möchte mit ihrem Elektro-Rollstuhl wieder selbständig einkaufen können. Das ist für sie deshalb ein wichtiges Ziel, weil sie ledig ist und keine nahen Bezugspersonen hat, welche ihr bei den Einkäufen behilflich sein könnten. In der Ergotherapie wird dann zuerst erfasst, welche Fähigkeiten die Klientin bereits erfolgreich fürs Einkaufen einsetzen kann und welche Fähigkeiten noch trainiert bzw. welche Strategien erarbeitet werden müssen, damit sie ihr Ziel erreichen kann. Die Therapie findet optimalerweise nicht nur in den Therapieräumlichkeiten statt, sondern auch zuhause und im Supermarkt. Dadurch ist Frau Meier selbständiger und kann auch wieder besser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Beispiel 2: Der 11-jährige Fritz mit angeborener Hemiparese möchte gerne Fahrrad fahren lernen. Er fährt bereits mit einem angepassten Fahrrad mit Stützrädern, möchte nun aber auf einem gewöhnlichen Velo fahren können. In der Therapie wird erhoben, was er bereits kann (ist motiviert, fährt mit Stützrädern im Verkehr, hat gutes Gleichgewicht, ist sportlich) und was ihn im Moment noch daran hindert, das Ziel zu erreichen (Angst, Übung, Strategie den rechten Arm beim Fahren möglichst sinnvoll einzusetzen). Es wird mit den Eltern des Jungen arrangiert, dass er sein Fahrrad in der Therapie mitbringt. Zuerst wird dann im geschützten Rahmen der Therapieräumlichkeiten trainiert, bis er genügend sicher ist, um das Erlernte auch im Freien umzusetzen und schlussendlich selbständig sein Fahrrad zur Fortbewegung im Alltag zu nutzen.

Beispiel 3: Die 10-jähriges Lisa hat Mühe sich zu konzentrieren. Sie ist in der Schule z.B. durch das offene Fenster oder die Geräusche der anderen Schüler stark ablenkbar und bekommt dadurch im Unterricht oft nicht alles mit. Die Ergotherapie besteht darin, dass anhand eines Konzentrationsprogramms sowohl in der Therapie als auch anhand eines Heimprogramms gezielt an der Erhöhung der Konzentrationsspanne als auch an der Reduktion der Ablenkbarkeit gearbeitet wird. Zudem findet ein Schulbesuch statt, um das Mädchen im Schulsetting zu beobachten und die Lehrperson über mögliche Anpassungen in der Schule zu instruieren.

Beispiel 4: Herr Huber hat eine Erschöpfungsdepression erlitten und ist noch weitere acht Wochen krankgeschrieben. Er ist nach wie vor beim bisherigen Arbeitgeber angestellt, möchte aber kündigen und sich eine neue Arbeit suchen. Seit Wochen fehlt es ihm jedoch am nötigen Antrieb, die Kündigung in Angriff zu nehmen. Da er nun den ganzen Tag nichts zu tun hat, kann er sich kaum aktivieren und verbringt seine Zeit hauptsächlich mit ausschlafen und den nötigsten Haushaltsaktivitäten. In der Ergotherapie setzt er sich mit der Therapeutin zusammen eine Deadline für seine Kündigung und informiert sich über die aktuell geltenden Normen, wie eine Kündigung zu verfassen ist. Zudem hilft die Ergotherapeutin Herrn Huber, seinen Tag aktiver zu gestalten, indem er sich wieder bei seinem alten Tennisverein einschreibt und nun jede Woche an zwei Abenden mit seinen ehemaligen Tenniskollegen trainiert. So hat Herr Huber das Gefühl, sein Leben wieder aktiv zu gestalten und beeinflussen zu können. 

Beispiel 5: Frau Ammann wohnt seit einem halben Jahr im Altersheim. Aufgrund einer fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung war sie nicht mehr in der Lage, ihren Alltag in ihrem Haus alleine zu bewältigen. Sie hat sich im Altersheim mittlerweile gut eingelebt und hat auch schon einige Kontakte knüpfen können. Allerdings ärgert es sie, dass sie sich in dem grossen Gebäude noch nicht richtig zurechtfindet und sich immer wieder verläuft auf ihren Wegen zur Cafeteria oder zum Bewegungsraum. In der Ergotherapie wird deshalb die Orientierung im Altersheim trainiert. Dafür werden die entsprechenden Wege gemeinsam zurückgelegt und Strategien erarbeitet, wie sich Frau Ammann merken kann, wie sie zum gewünschten Ort gelangt. Frau Ammann lernt, sich an den noch ungewohnten Hinweisschildern zu orientieren und trägt jetzt immer eine Notiz bei sich, wohin sie gehen will, damit sie nicht unterwegs durch die zahlreichen Ablenkungsmöglichkeiten vergisst, was ihr Ziel war. So ist es ihr möglich, sich selbständig zum Kaffee trinken mit ihren Kolleginnen oder zur Bewegungsgruppe zu begeben.

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